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Reisebericht aus der Südsee
anno 1902 und 1936

1902: Von den Brandungsschwimmern Hawaiis

.. Die Kanaken Hawaiis haben von ihrem alten Volkstum nur noch eines bewahrt: Die Liebe zur See. Noch immer sind sie innerhalb der Korallenriffe und Steilküste ihrer Heimat kühne Seeleute, noch immer liegt das Ausbooten von Waren und Menschen von den Dampfern auf der Reede durch die Uferbrandung an den Strand in ihren Händen. Noch immer üben sie das Brandungsschwimmen, indem sie mit einem langen, glatten Brett (2m50) weit meerwärts in die Brecher schwimmen, um sich dann, mit dem Gesicht nach unten, mit ausgestreckten Armen die Waage haltend, in tollem Auf und Nieder durch die Wogen ans Land treiben zu lassen, ein Spiel, würdig der alten Wikinger des stillen Ozeans.

Quelle: Burchard E. Krueger, Von den Hawaii-Inseln. Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung 1903, Nr. 39. - in - A.W. Grube - Geographische Charakterbilder, Zweiter Teil, Amerika - Asien - Ozeanien. Leipzig, 21. Auflage 1916.

1936: Wellenreiten - ein königlicher Sport der Südsee

Nur an den Küsten der Hawaiischen Inseln haben die braunen Kinder der Südsee gelernt, sich im Spiel die schwere Brandung des grössten aller Ozeane zum Reittier zu zähmen. Warum gerade hier, wird nie mehr festzustellen sein, denn die Polynesier anderer Inseln sind genau so kühne Seefahrer und fühlen sich dem Meere genau so verschwistert wie die Hawaiier. Und an allen Inseln der Südsee rollt in ewigem, langem Atem die mächtige Brandung des Pazifik ihre Brecher auf die weissen Sandstrände, und an vielen Stellen noch kehren jene der Küste weit draussen vorgelagerte Unterwasser-Riffe wieder, über denen sich die Dünung erst zu den mächtigen Elefantenrücken aufbäumt, welche die Reitbretter und die Reiter darauf emporheben und in sausender Fahrt dem Strande zutragen.

Die alten Hawaiier wissen es natürlich ganz genau, warum gerade sie zu den unbestrittenen Meistern des Wellenreitens wurden und nicht ihre braunen Brüder auf den samoanischen Inseln oder den Paumotus, den Marquesas oder den Phönix-Inseln: Einst, als die junge Mannschaft Oahus, einer der Inseln der Hawaii-Gruppe, von einem siegreichen Kriegszug gegen eine Nachbar-Insel heimkehrte, erhob sich ein gewaltiger Sturm. Über dem Riff stand bald eine so mächtige, schäumende, tobende See, dass gleich das erste Boot, welches sie zu durchqueren wagte, sich überschlug und zerschmettert wurde. Doch im offenen Wasser konnten die langen, gebrechlichen Kriegskanus mit ihren schwanken Auslegern erst recht nicht ausharren, denn der Sturm nahm immer noch zu, und die Fahrzeuge schossen in die gähnenden Wellentäler hinab, als könnten sie die Sehnsucht nach einem Grab in der grünen Tiefe nicht mehr bezwingen. Ein zweites Kanu zerbrach, die flachen Planken tanzten auf den Wellen und donnerten den Booten, die noch hielten, in die Flanken. Niemand glaubte mehr an eine Rettung, und der alte Zauberer im Boote des Häuptlings stimmte schon die Totenklage an. Doch plötzlich erschien vor den Todgeweihten auf dem Kamm einer ungeheuren, weissgekrönten Welle, aufrecht mit gebreiteten Armen auf einem schwarzglänzendem Brette sich im Gleichgewicht haltend, einer der jungen Götter Oahus. Er fegte lächelnd an den verzweifelt um ihr Leben Kämpfenden vorbei, der königliche Mantel aus goldenen und roten Vogelfedern flatterte von seinen Schultern. Die gewaltige Woge, welche sein Reitbrett und ihn auf ihrem Rücken getragen hatte, zerbrach die letzten Kanus; aber die Krieger wussten nun, warum der Gott ihnen erschienen war: sie schwangen sich auf die treibenden Bootsplanken - schon hob die nächste Welle über das Riff hinweg und trug sie in rauschendem Schwung dem entfernten Strande zu. Das Bild des braunen, schlanken Gottes, der sie gerettet hatte, verschwand im Dunst und Schaum der Brandung, sie selbst landeten sicher von ihren Planken am trockenen Ufer. Kein Wunder also, dass die Hawaiier das Wellenreiten so gut verstehen, wenn sich die Götter selbst herbeibemühen, es sie zu lehren.

Wir weissen Söhne kühlerer Klimate fühlten uns von romantischen Vorurteilen allerdings so wenig belastet, dass wir den Kanaken ihre Kunst bald absahen, ja, dass wir ihr erst wieder neues Leben einhauchten, denn als Hawaii kurz vor der letzten Jahrhundertwende amerikanisch wurde, verfiel auch der Sport des Wellenreitens mit mancher anderer Herrlichkeit. Heute ist die echte, uralte Südsee-Kunst des Wogenritts längst weiss geworden und blieb auch ohne feierliche Zeremonien und die dunkelbraunen Wellengötter eine herrliche, begeisternde Übung auf den riesigen Brechern, die den Küsten Floridas und Kaliforniens, Australiens oder Neuseelands und immer noch Hawaiis zurollen.

Feiglinge sind weiss Gott nicht imstande, Wellenreiten zu lernen. Mut gehört dazu und Schnelligkeit, die Fähigkeit, ausdauernd über und unter dem Wasser zu schwimmen und vor allem grobe Püffe in rauhen Mengen zu vertragen, denn folgendermassen geht die Sache vor sich.

Die tief unter dem Wasserspiegel hinabreichende Dünung der See rollt auf die Küste zu und trifft weit draussen vor dem Strand auf eine im Wasser versunkene Bodenschwelle oder ein Riff, die dem trockenen Lande vorgelagert sind und jenseits deren der Grund erst zur eigentlichen Meerestiefe absinkt. An diese Schwelle, die vielleicht immer noch zehn, zwanzig oder mehr Meter unter dem Meeresspiegel liegt, stösst der untere Teil der im Wasser sich fortsetzenden Bewegung an, die wir Welle nennen; er kann nicht weiter und gibt seine Bewegung nach oben ab, wodurch der obere Teil der Welle noch höher hinaufgetürmt wird. Gleichzeitig aber reisst dieser von seiner breiten, nun aufgehaltenen Unterlage los, die Bewegung oben wird schneller als die gehemmte unten: die Welle bäumt sich gewaltig auf und bricht schäumend nach vorne über. Da dem Strande zu der Boden flacher wird, wiederholt sich verkleinert das Spiel immer weiter. Am Boden wird die Vorwärtsbewegung gehemmt, so bleibt die Welle gebäumt und jagt als schaumgekrönter Brecher dem Ufer zu, wo sie schliesslich kraftlos verrinnt.

Schon das Hinausschwimmen auf dem schweren Reitbrett ist ein wildes, herrliches Vergnügen. Die Bretter messen, je nach Grösse und Gewicht des Reiters verschieden, zwei bis drei Meter in der Länge, zwei bis drei Fuss in der Breite und in ihrem stärksten Mittelteile zwei bis drei Zoll der Dicke nach. Ihre Form gleicht einer mehr oder weniger abgestumpften Spitze eines riesigen Landsknechtspiesses. Der Reiter schiebt sein glattes Brett ins Wasser und legt sich flach darauf, er paddelt nun mit Händen und Füssen den Wogen entgegen, die schäumend und brüllend von der offenen See her dem Lande zurollen.

Wehe ihm, wenn eine Welle sich gerade über dem Brett überschlägt und auf den Schwimmer herunterkracht. Die vielen Zentner Seewasser können ihm das Genick brechen, können ihn auf den felsigen Grund hinunterdrücken und ihm dort die Knochen knicken, können ihm vom Brett rollen und ihm die schwere Planke an den Schädel donnern. All das ist schon oft vorgekommen, und solange der Reiter nicht auf seinem Brette steht und der Küste wieder zufegt, muss er seine fünf Sinne mächtig beisammenhalten, um den Kampf mit den grünsilbernen salzigen Brechern zu bestehen.

Wenn er der sich überschlagenden Welle nicht mehr ausweichen oder zuvorkommen kann, so muss er ihre lichtdurchschimmerte, grüngläserne Wand quer durchtauchen. Ist es dazu schon zu spät, so soll er blitzschnell über das Hinterende seines Brettes ins Wasser hinabgleiten, wenn möglich sich noch mit hochgestreckten Händen am Brett festklammern, um den Schwall der niederstürzenden Wassermassen über sich hinwegbrausen zu lassen, denn in der schimmernden Tiefe kann er ihm nichts anhaben. Doch selbst dann noch mag er von dem Unterwassersog mitsamt seinem Brett herumgewirbelt werden und kommt an einer ganz anderen Stelle wieder zum Vorschein, als er erwartet hat: irgendwo am flachen Rücken der Woge, die silbersprühend längst über den verdutzten Helden hinweggezogen ist und brausend der Küste zueilt. Doch der Schwimmer hat kaum Zeit, sich den nassen Kopf zu kratzen, denn schon muss er nach der nächsten Welle Ausschau halten.

Doch eigentlich niemals folgt eine Riesenwelle gleich der vorigen. Sie folgen einander in wohlgeordnetem Rhythmus: vorraus zieht ein überlebensgrosser Wasserberg mit rauhen, zerwühlten Abhängen, der sich immer wieder überschlägt und Quertäler, Abgründe, Wirbel in sich aufreisst. Auch die zweite Welle beweist sich gewöhnlich noch als zu uneben, um sich glatt und gerade reiten zu lassen, die dritten und vierten Wellen einer Serie erst bilden die idealen Reitwellen, ihre runden, nur sanft schäumenden Rücken gestatten ein weiches, schwingendes Gleiten wie von einem steinlosen Schneehang. Den letzten Wellen einer Serie fehlt es fast stets an genügender Kraft, um die schweren Bretter und ihre Reiter vor sich her zu fegen.

Draussen, wo die glatte Dünung der Hochsee über dem Riff zu wilden, gefährlichen Brechern zerreisst, aufbrüllt und angesteilt dem Strande zuzustürzen beginnt, warten die Wellenreiter auf die Rösslein Poseidons, und sobald sie ein passendes herannahen sehen, machen sie sich zum Aufsitzen bereit. Durch die ersten beiden gefährlichen Brecher taucht man kräftig hindurch: da, der dritte scheint gut! Das Brett wird herumgeworfen, so dass sich seine Nase dem Lande zuwendet, und nun rudert man mit aller Gewalt der Küste zu, denn die Welle hinter mir hat selbst eine so rasende Geschwindigkeit, dass das Brett schon mächtig im Zuge sein muss, wenn es von ihr mitgenommen werden soll, anstatt einfach im Nu überholt zu werden. Da, das Brett hebt sich hinten, blendender Schaum umsprüht mich und nimmt die Sicht; aber schon fühle ich, wie mein Brett laufend an Fahrt gewinnt, wie es schliesslich, etwas über den Wellenkamm vorgeneigt, schwebend an ihm haften bleibt und mit mir der Küste zufliegt.

Unbeschreiblich ist das Gefühl, wenn es zum ersten Male gelingt, den Kopf aus dem Schaum zu heben, vorsichtig auf die Knie zu rutschen und dann gar aufrecht über dem sonnenglitzernden Wellenberg eine halbe Meile weit der palmenüberwehten Küste entgegenzufegen wie ein Stück der langen, schimmernden Wellenzeile selbst.

Doch bis der Reiter so viel gelernt hat, vergeht ein böse Zeit, in der er oft genug vom wilden Wellenpferde fällt. Tritt er zu weit nach vorn aufs Brett, so kippt der Wogenkamm hinter ihm das Brett von hinten hoch, er schlägt einen gewaltigen Purzelbaum, pumpt sich ordentlich den Bauch voll Salzwasser und kann dann traurig seinem Brett nachschwimmen, das sich irgendwo selbstständig gemacht hat. Ebenso, oder noch übler geht es dem Reiter, wenn sich das Brett quer vor den Kamm legt. Tritt er aber zu weit nach hinten aufs Brett, so gerät er aus dem vorwärts stürmenden Sog des Wogenkammes heraus und rutscht sang- und klanglos die flache Hinterseite der Welle hinunter: das Ross ist dem Reiter gewissermassen unter dem Sattel davongelaufen.

Aber schliesslich lernt man, schnell zu tauchen, um nicht überrannt zu werden, weiss, wo auf dem Brett der beste Standplatz ist, bekommt ins Gefühl, wie sehr das Brett zum Wogenkamm geneigt sein muss, kann nach rechts und links ausweichen und kurz vor dem Strand sich die Welle hinten hinuntergleiten lassen, um nicht hart in den Ufersand hineinzurennen. Dann sind die vielen Schrammen und Hautfetzen längst vergessen, die man hat drangeben müssen, und nur noch selten dröhnt der Schädel, wenn man doch von einer bösartigen Woge noch manchmal eins auf den Deckel bekommt.

Und nun begreift man, dass es in alten Zeiten auf Hawaii Küsten gegeben hat, vor denen es nur den Königen und ihren Söhnen und Töchtern erlaubt war, die Wellen zu reiten, denn er war der alten Herren der Südsee würdig, dieser königliche Sport, wie er auch ihrer neuen Herren würdig ist.

- Epilog -

Hawaii war gerade der richtige Ort, um mir rückschauend ein Bild von der Gesamtlage in und um den stillen Ozean zu machen. In Hawaii kreuzen sich ja die wichtigsten Schiffahrtslinien von Amerika nach Asien und Australien und in die vielgestaltige Welt der Südsee. Über Hawaii läuft die transpazifische Flugpostlinie von San Franzisco nach Manila auf den Philippinen, über Hawaii wird eine - geplante - Fluglinie auch nach Neuseeland führen.

Und Hawaii scheint mit einem gewissen Vorsprung ein Beispiel zu liefern, welchen Gestaltwandel der Einbruch des weissen Mannes in den pazifischen Ozean hervorgerufen hat.

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